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Sonntag, 22. Juni 2014

Kontoauszug? Fehlanzeige

Ich fahr zur Hypovereinsbank nach Zehlendorf um den Kontoauszug meines Verwandten zu holen. Ich parke vor der Bank, gegenüber von der CDU Geschäftsstelle, dort ist auch das Büro eines ambulanten Pflegedienstes.
Ich parke hinter einem gelben Smart des Pflegedienstes. Grosse Lettern an der Heckscheibe: Wir suchen Pflegekräfte.
Alle suchen Pflegekräfte. Wer auf die sogenannte Pflege angewiesen ist, der kann lange warten. Pflegekräfte sind Mangelware, genau wie damals in der DDR Apfelsinen und Bananen. Es ist ein Systemfehler. Er scheint nur in Deutschland aufzutreten, in anderen Ländern gibt es genügend Pflegekräfte.
Hilfsbereite Mitmenschen dagegen gibt es hierzulande viele.
Im Vorraum der Bankfiliale gibt es zwei Kontoauszugsdrucker, beide sind defekt, ausser Betrieb. So fahr ich wieder nach Hause ohne Kontoauszug.
Die Hypovereinsbank, die ja eine Filiale im Augustinum Kleinmachnow hat, hat uns schon etliche Probleme und Verluste beschert.
Da fallen 40 Minuten Fahrtzeit und Kilometerkosten kaum ins Gewicht.

Freitag, 6. Juni 2014

Feuer im Augustinum

Im Augustinum Essen hat es im Theater gebrannt. Der nette Stiftsdirektor Herr Zens, früher Stiftsdirektor im Augustinum Kleinmachnow, er hatte dort ja schon Erfahrung mit Bränden und Einbrüchen und Überfällen sammeln können, hat auch in Essen mit Einbruchsserien und Brand zu tun.
Hier der Bericht der Essener Feuerwehr:

http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/56893/2745879/fw-e-feuer-im-theater-der-augustinum-seniorenresidenz

Es bleibt wohl permanent aufregend im eigentlich stinklangweiligen, biederen Augustinum zu leben.
Im eigenen Heim ist es weniger gefährlich und gemütlicher.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Benne liest - Augustinum Kleinmachnow



Bernhard Benne, Stiftsdirektor des Kleinmachnower Augustinum,
las aus der Novelle „Gladius Dei" von Thomas Mann.
Einmal im Monat finden diese Lesungen statt. Nur eine von vielen Veranstaltungen, aus dem Kunst- und Kulturprogramm der Seniorenresidenz.
© teltOwkanal

Das ist eine gute Demo des Augustinums. Mir war es dort viel zu langweilig, zu hölzern.

Samstag, 30. November 2013

Sucht bei Senioren

Riskanter Alkoholkonsum und Missbrauch von Medikamenten sind ein wachsendes Problem unter Senioren.

http://www.abendblatt.de/hamburg/article122342683/Pflegekraefte-sollen-fuer-Sucht-bei-Senioren-sensibilisiert-werden.html

Der Einfluss der Pflegekräfte ist so hoch nicht.
Aber ich habe schon mehrfach Ärzten untersagt meinen Verwandten mit Opiaten, Stimmungsaufhellern, Valium, Schlafmitteln etc. vollzupumpen. Ich habe Ärzten deshalb die Weiterbehandlung untersagt.
Da ist Vorsicht geboten. Sowohl bei den im Augustinum Kleinmachnow tätigen Ärzten, als in der Blindenwohnstätte.
Mein Verwandter lebt strikt nach der Priscusliste. Das hatte das HELIOS Klinikum Emil von Behring so verordnet und mein Verwandter lebt gut damit. Ich empfehle die Lektüre der Priscusliste im Internet. Mein hochbetagter Verwandter hat nur Baldrian im Schrank!
Damals hatte die Allgemeinmedizinerin im Augustinum Schlafmittel verordnet (sie verordnet auch Tramadol), mein Verwandter stürzte prompt, als er nachts aufs Klo wollte, lag stundenlang ohne Hilfe mit Oberschenkelbruch in der Wohnung und bekam später einen Gammanagel eingepflanzt.

Samstag, 23. November 2013

Hörkino

Auf dem Weg zu meinem Verwandten las ich einen Anschlag im Fahrstuhl der Blindenwohnstätte, es gab einen Hörkino-Nachmittag, man zeigte einen Rühmann Film.
Ich dachte: Das ist der Unterschied zum Augustinum, man kümmert sich um Blinde und Sehbehinderte.
Dafür hat die Blindenwohnstätte keine Bücherei. Die Bücherei im Augustinum Kleinmachnow ist phantastisch, da kann man sich zu allen Themen festlesen. Ich wusste, dass die Bücherei keine Buchgeschenke, -überlassungen mehr annimmt. Oft dachte ich etwas wehmütig: Das sind die Bücher der verstorbenen Bewohner. Meinem Verwandten gefiel damals der Computer mit Internet gleich neben der Bücherei besser. Er war begeistert, wenn ich ihm aus den Zeitungen vorlas oder er Youtube Videos hörte.
Gestern versuchte ich meinem Verwandten beim Mittagessen zu helfen, er wollte es nicht essen. Dabei sah das Essen lecker aus. Petersilienreis, Sosse aus Champignons und Rindfleisch. Ich kostete, das Essen war total versalzen.
Ich kochte Kaffee und gab meinem Verwandten Gebäck, damit er satt wurde.
Pflegeheim geht man gerade so, wenn man täglich zu Besuch kommt und hilft.
Die Leasingkraft sagte: Gute Heime, gibt es das überhaupt noch?
Nein, bei genormter Pflege im Zeittakt, standardisierter Ausbildung, die den Pflegern den Kopf verstellt, ständig wechselnden Mitarbeitern, die überall gleich sind, da kommt weder Freude noch Mitmenschlichkeit auf.

Samstag, 16. November 2013

Wieder Lions Club im Augustinum

Am 19. Nov. gibt es wieder eine Benefizveranstaltung des Lions Clubs im Augustinum.
Bisher stellte man ein hell erleuchtetes teures Fahrzeug an den Eingang. Da konnte man wohl eine Fahrt mit gewinnen. Da gibt es dann viel Lärm im Foyer, die Insassen des Augustinums verkrümeln sich in ihre Schliessfächer, jemand von der Haustechnik schliesst die schweren Brandschutztüren, damit es nicht so sehr lärmt. Die Bewohner sehen fern, sehr laut dringt es aus den Hühnerschlägen auf die Gänge und Kleinmachnows Hautevolee von ausserhalb geniesst Kabarett, wofür die Eintrittskarte 30 Euronen kostet.
Bisher war es "Same procedure as every year", jedes Jahr der gleiche Ablauf.

Donnerstag, 7. November 2013

Vieles ist besser geworden

Nun bin ich jeden Tag zu Besuch bei meinem Verwandten und in den letzten Wochen ist vieles besser geworden. Seit einer Weile gibt es nur noch die gewohnten Pfleger auf der Etage, das macht einen grossen Unterschied. Im Gegensatz zu den Leasingkräften kennen sie sich gut aus und die Pflege hat Kontinuität. Ich brachte heute wieder bilanzierte Trinknahrung aus der Apotheke mit und ich helfe meinem Verwandten, damit er genug zum Abendbrot bekommt. Ich stelle fest: Auch das Abendbrot ist etwas reichhaltiger geworden, das Obst nicht mehr so hart, die Auswahl an Joghurt und Pudding auch grösser.
Mein Verwandter freut sich immer auf den abendlichen Besuch, er ist guter Dinge, hört Nachrichten und Musik im Radio, ich les ihm vor oder er erzählt. Gestern erzählte er aus seiner Jugend, aber auch aus der Zeit, als das Augustinum in Kleinmachnow öffnete, er erzählte von einer Frau P..kwitz am Empfang, sie ging mit 60 Jahren in Rente, da sie auch wohl eine Rente von Siemens bekam. Und sie wohnte in der Nähe des Augustinums.
Er erzählte seinen gestrigen Tagesablauf, er war mit Rollator spazieren und es war auch eine Physiotherapeutin da, die ihn massiert hat. Alles, was ihn interessiert, das behält er. Er geht auf den 92. Geburtstag zu und durch die Parkinsonerkrankung ist sein Denken etwas verlangsamt. Aber seine Persönlichkeit ist so, wie sie immer war. Logisch denken kann er auch.
Ich versteh nicht, warum man ihn im Augustinum in den Demenztreffpunkt abschob und auch nicht, warum einige Pfleger in der Blindenwohnstätte ihn als total dement abstempelten. Ausser: Jeder wird für dement erklärt, es gibt je extra Geld von der Kasse dafür. Ich hab den Antrag bei der Kasse nicht unterschrieben.
Ich glaub es wird viel Schindluder mit Alzheimer getrieben. Den kann man nur durch Obduktion einwandfrei nachweisen und wer lässt schon obduzieren?
Jedenfalls war es ein sehr netter Abend und wir haben uns beide amüsiert und so darf es auch gern weiterhin bleiben!

Samstag, 2. November 2013

Augustinum sucht Koch

Im Restaurant des Augustinum Kleinmachnow wird ein Koch (m/w) gesucht. Erforderlich sind: 1. eine abgeschlossene Ausbildung als Koch 2. Zuverlässigkeit, Belastbarkeit, Motivation 3. Zugehörigkeit zu einer christlichen Kirche

Anfangsdatum:
15/11/2013

Enddatum:
14/11/2014

Geografische Angaben

Land:
Deutschland
Region:
BRANDENBURG
Bezahlung

Minimalgehalt:
nach Haustarif (AVR)

Währung:
EUR

Lohnsteuer:
brutto

Bezugszeitraum:
monatlich

Wochenstunden:
40

Vertragsart:
befristet und Vollzeit
Extras
Anforderungen

Notwendige Bildungs fähigkeiten:
nicht relevant
Arbeitgeber

Name:
Augustinum Service GmbH

Information:
Lutz

Adresse:
Erlenweg 72, D-14532 Kleinmachnow, Deutschland

Telefon:
+49 33203 56890

Email:
thorsten.lutz@augustinum.de
So Bewerben Sie sich

So bewerben Sie sich:
per Email

Man beachte die Feinheiten. Die Stelle ist für ein Jahr, befristet! So wird das heutzutage gemacht, auch im Augustinum.
Nix Festanstellung für einen Koch, nö. Und auch im Augustinum gibt es Minijobs.
Das ist der Dritte Weg der Kirchen ohne Gewerkschaft.

Mittwoch, 11. September 2013

Hörgenuss

Das Augustinum Kleinmachnow bietet nun eine Serie, Hörgenuss. Das bedeutet, dass der Stiftsdirektor Herr Benne vorliest. Das hab ich meinem Verwandten erzählt, von sich aus redet er kaum noch über seine 14 Jahre im Augustinum.
Hörgenuss hat er dennoch. Ich les ihm täglich vor, auch ich kann gut vorlesen. Zur Zeit lesen wir ein Büchlein: Zu Gast bei Wladimir Lindenberg. Das Buch ist kurzweilig geschrieben und schon älteren Datums. Der Krimi mit den vielen Leichen, den ich vorher vorlas, der hat meinem Verwandten noch besser gefallen. Am besten fand er "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand". Mit dem Hundertjährigen, der aus einem Altenheim ausbüxte, da konnte er sich richtig identifizieren.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Pack die Badehose ein

Am Donnerstag, 1. August 2013 um 18 Uhr im Augustinum Kleinmachnow im Theatersaal:

Kulturgeschichte in Mode
Pack die Badehose ein

Eintritt 3 Euro, 5 Euro (Gäste)
Ein Vortrag von Dr. Verena Dollenmaier

Nun, "Pack die Badehose ein" gibt es bei mir kostenlos und gratis und garantiert nicht umsonst!

Hier:



Montag, 8. Juli 2013

Mitarbeiter gehen

Als ich heute in die Blindenwohnstätte mit Plattpfirsichen und einem Pfund Kaffee für meinen Verwandten kam, da lag er schon im Schlafanzug im Bett. Nanu? Die gelernte Altenpflegerin kam, erklärte stolz: Er sei frisch geduscht. Ich anwortete: Ich wollte Sie heute darum bitten meinen Verwandten zu duschen. Anmerkung: Das letzte Duschen ist eine Woche her, die Haare gestern sahen wild und fettig aus. Danach entdeckte ich: Die Klingel liegt auf dem Tisch und er im Bett. Auf dem Flur war eine junge Leiharbeiterin, ich bat sie ihm die Klingel um den Hals zu hängen. Ich dulde dies Verhalten ihm die Klingel vorzuenthalten nicht mehr.
Mein Verwandter war guter Dinge, trotz Umbaulärm im Haus, der noch bis zum Wochenende dauern soll. Er aass Mitgebrachtes mit Appetit und wollte nur wenig vom Abendbrot des Hauses. Auf dem Flur traf ich die Bewohnerin, die im Heimbeirat ist, sie erzählte mir der eine Inder sei nicht mehr da, er hätte gekündigt. Der Wohnbereichsleiter sei auch nicht mehr im Haus, die Stelle bliebe wohl vakant.
Nun, ich sah den merkwürdigen Gesellen zum letzten Mal Ende Mai, als ich mit meinem Verwandten aus dem Krankenhaus kam. Er streckte mir von hinten die Hand fordernd über die Schulter und sagte: Her mit der Karte. Ich sagte: Wie bitte? Er: Na, die Krankenkassenkarte. Ich sah ihn stirnrunzelnd an, deutete auf den Tisch und sagte: Da hab ich sie längst hingelegt. Er nahm die Karte und verschwand. Er war ein unfreundlicher junger Mann.
Um den Inder trauere ich auch nicht, er redete ständig vom Hindusmus und wollte alle auf der Etage aus Glaubensgründen zum Vegetarier machen. Verlangte jemand Wurst, dann kratze er die Leberwurst gaaanz dünn aufs Brot. Dafür war er unordentlich, ließ Kleidungsstücke oft auf links gedreht liegen.
Ausländer in der Pflege sind ein Problem. Sie machen immer so, wie sie es zu Hause gelernt haben. Oftmals gibt es dann Schwierigkeiten. Andere Länder, andere Sitten und Gebräuche. Mein Verwandter hatte diverse Dispute mit dem Inder.
Neue feste Mitarbeiter habe ich bis jetzt nicht gesehen. Es bleibt wohl bei den ständig wechselnden Leiharbeitern.
Mein Verwandter hatte schon im Augustinum Probleme mit dem häufig wechselnden Personal. Erst wollte er von jedem Neuen wissen, was sie vor der Umschulung machten. Im Augustinum waren die meisten vorher Kindergärtnerin, aber auch ein Klempner war darunter und einer war bei der NVA.
Dann bemerkte ich ein grosses Desinteresse meines Verwandten an den wechselnden Pflegern. Er meinte schwer enttäuscht: es verlohnt nicht sich Namen zu merken.
Beziehungen entstehen so nicht. Es ist ihm Schnurz, wer ihn zur Toilette führt.
Ich überlegte, ob es wohl Hospitalismus bei Alten gibt und nicht nur bei Kindern. Bei wikipedia wurde ich fündig. Ja, es gibt Hospitalismus bei Alten im Heim. Es ist egal ob Waisenheim oder Altenheim (ein Wohnstift zählt dazu) Heime sind Mist...
Jemand von der Pflegedienstleistung erklärte mir: Der Body-mass-Index meines Verwandten sei besser als bei den meisten Bewohnern. Das ist kein Wunder! Ich komme täglich und stopfe Essen in ihn rein, welches ich mitbringe und welches er mag. Weil: Mir ist er viel zu dünn, er wiegt zur Zeit 74 kg bei 1,78 m Grösse. Normal waren für ihn etwas über 80 kg.
Aber die Altenpfleger stinken vor Eigenlob und meinen, sie machen alles richtig. Sie wissen wie man pflegt!
Heime sind Mist...
Ich lass mich auf das Altenpflegerdeutsch nicht ein. Essen wird in den wenigsten Fällen zugereicht, die Bewohner müssen sehen, wie sie klar kommen. Dann wird man halt sehr dünn und trocknet aus.
Also renn ich täglich hin, lege meinem Verwandten ein Handtuch um den Hals und scherze: Hier kommt Dein Sabberlätzchen und jetzt wirst Du gefüttert. Er ist dankbar dafür und überhaupt nicht böse.
Zur Hölle mit dem Fachchinesisch mit Essen wird angereicht, Essen wird zugereicht, aber wir tun das nicht, wir fördern die Selbstständigkeit der Bewohner.
Das ist nämlich gelogen. So werden die Alten spindeldürr und sie fördern ihre Faulheit und den Gewinn des Betreibers.
Ich kann Dichtung und Wahrheit in der Pflege inzwischen unterscheiden.

Simone Rethel

Heute hält Simone Rethel im Augustinum Kleinmachnow einen Vortrag, im Anschluss kann man das signierte Buch kaufen. Eintritt kostet das natürlich auch. Es geht um ein Pro-aging-Programm, Titel: Sag nie, Du bist zu alt.
Simone Rethel ist die Witwe von Johannes Heesters. Und wenn ich an die beiden denke, dann seh ich diese Szene vor mir.



Es ist schon eine Show wie diese Megäre ihrem Mann in die Parade fährt.
Der arme steinalte Heesters wurde ja total intolerant untergebuttert.

Samstag, 1. Juni 2013

Leiharbeiter wochenlang

Schon vorige Woche lief es schlecht mit dem Pflegepersonal. Da war eine sehr liebenswürdige Pflegerin, eine Kroatin, von einer anderen Leiharbeitsfirma. Nett war sie, aber alles dauerte sehr lange und sie kannte die Gewohnheiten der Bewohner gar nicht. Vorigen Sonnabend kam ein anderer Leiharbeiter, aber Sonntag kam er erst gar nicht zur Arbeit und so schicke die Firma Rosinke wieder die Kroatin.
Heute morgens liess eine Leiharbeiterin meinen Verwandten dann versehentlich unsanft zu Boden gleiten, ein Missgeschick. Man rief die examinierte Pflegekraft der Blindenwohnstätte, gemeinsam setzten sie dann meinen Verwandten in den Rollstuhl. Passiert ist ihm nichts, aber heute nachmittags erzählte er mir von dem Schreck, den er bekommen hat.
Aber der Abend verlief dann mit einem seiner gewohnten Pfleger sehr nett.
Ich stelle fest, dass mein Verwandter noch nie in der Blindenwohnstätte gestürzt ist. Er wohnt jetzt seit einem Jahr dort und das Personal hilft ständig den Blinden und begleitet sie. Das ist viel bessr als allein blind im Apartment im Augustinum rumzutappern. Mein Verwandter hatte diverse unschöne Stürze, auch einen Oberschenkelbruch im Augustinum.

Samstag, 25. Mai 2013

Wieder ein Angehörigenabend

Wieder war ein Angehörigenabend in der Blindenwohnstätte. Diese Informationsveranstaltungen bewerte ich mit sehr informativ und hilfreich. So etwas gibt es im Augustinum nicht. Dort meint die Leitung, die Alten leben selbstbestimmt, auch wenn sie es schon längst nicht mehr können und Angehörige sind als Besucher willkommen, dass Angehörige aber Informationen brauchen, weil sie für Behinderte weitreichende, auch vom Gericht anerkannte Vollmachten haben und sich intensiv kümmern, das versteht das Augustinum nicht.
Jedenfalls wurden wir darüber informiert, dass es im Sommer im Erdgeschoss der Blindenwohnstätte weitreichende Umbaumassnahmen zu Brandschutzzwecken geben wird, was ich sehr befürworte. Das Geld ist eine Spende der Stiftung, wird nicht auf die Miete umgelegt und das finde ich super!
Auch über Ausflüge in den Zoo und eine Dampferfahrt wurden wir informiert, ich bin herzlich als Begleitperson eingeladen. Auch dies ist weit mehr als das Augustinum zugesteht, begleiten kann man dort evt. schon, muss dafür aber bezahlen und als Gast mehr als der Bewohner.
Auch über die Schwierigkeiten mit Leiharbeitern und Personalknappheit und Anforderungen des MDK und der Heimaufsicht haben wir gesprochen. Sie haben ein offenes Ohr und so hat man das Gefühl als Angehöriger voll einbezogen zu sein. Das ist viel schöner als die vornehme Zurückhaltung des Augustinums.
Nun weiss ich auch, dass die Blindenwohnstätte personell besser ausgestattet ist als Pflegeheime, aber vom MDK bekommen sie z. B. eine 1/4 Stelle als Sozialarbeiterin zugestanden. Was ist schon eine 1/4 Stelle, 2 Std. am Tag für 80 Bewohner? Und so stockt die Blindenwohnstätte aus ihren Mitteln diese Stellen auf. Die Mitarbeiter im Büro sind gut und kümmern sich prompt und fast allwissend.
Das Augustinum hat keine Sozialarbeiterin. Diese Sozialarbeit betrifft nicht etwa nur im Augustinum kaum vorhandene Sozialhilfeempfänger, nein, sie hilft bei Blindengeld, Kriegsopferrenten, GEZ etc. Und solch Hilfe würde auch im Augustinum benötigt.
Das Augustinum arbeitet mangelhaft.

Montag, 13. Mai 2013

Waffeln backen

Heute am Muttertag war gemütliches Beisammensein mit Waffeln backen in der Blindenwohnstätte. Schon der Mai fing gut an, es gab Tanz in den Mai mit "Ententäner", dann einen Nachmittag mit alles über Spargel, eine Modenschau mit Verkauf für die Damen, am Vatertag gab es Singen, es gab Kegeln, einen 60er Jahre Musiknachmittag. All das ist zusätzlich zu Sport, Gymnastik, Gedächtnistraining, Vorlesen, Kreuzworträtsel, politischer Diskussion und noch etlichem mehr. In kürze ist dann wieder ein Angehörigennachmittag.
Im Augustinum dagegen gibt es am 16. Mai abends ein Quartett mit klassischer Musik aus drei Jahrhunderten, für das man Eintritt bezahlen muss. In der Blindenwohnstätte ist alles im Preis inklusive. Und das Programm ist sowohl für Blinde als auch für sehr alte Menschen gut geeignet.
Wir haben es uns heute abends gemütlich gemacht, das Wetter war lau, es war schön auf dem Balkon, das Abendessen meines Verwandten war gut, wir beschäftigten uns mit den Nachrichten, dann wollte mein Verwandter, dass ich ihm den Krimi vorlas, es ging um die Obduktion des Ermordeten, während im Rundfunk Bohemian Rhapsody von Queen spielte...
Jedenfalls waren wir beide sehr zufrieden über das gemütliche Beisammensein.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Wechsel

Wir haben immer noch Kontakte zum Augustinum Kleinmachnow. Nun wurde uns vom Wechsel des Stiftsdirektors dort berichtet. Die Direktoren rotieren alle paar Jahre. Das bringt Umzugskosten für die betroffenen Familien durch ganz Deutschland mit sich, aber ansonsten ist das Augustinum starr und rigide wie eine Behörde. Ändern tut sich dort so gut wie nichts.
Die erste Stiftdirektorin im Kleinmachnower Augustinum hiess Frau Dr. Buch. Viele sprechen heute noch von ihr. Mein Verwandter fand sie nicht so gut, er meint eine Frau Ehrhard war die beste unter den etlichen Stiftsdirektoren, die er in 14 Jahren im Augustinum erlebte.
Der letzte Stiftsdirektor hiess Stefan Zens, er kam wohl aus dem Augustinum Bonn und soll nun Stiftsdirektor im Augustinum Essen sein. Er ist ein sehr netter Mensch, er hatte immer ein offenes Ohr für meine Belange und die meines Verwandten. Er meinte schon vor mehr als einem Jahr zu mir, er erwarte, dass man ihn bald versetzt. Das ist so wie beim Militär, auch bei den kirchlichen Einrichtungen muss man spuren, z. B. müssen Pfarrer Dienstwohnungen beziehen. Dass vieles sich nicht verändern liess, liegt an der vermaledeiten Pflege in Deutschland, das Konzept stimmt nicht. Es liegt auch daran, dass das Augustinum eine kaum veränderbare Grösse ist. Es ist einfach nicht mehr zeitgemäss. Da so viele Menschen steinalt werden, ist das "Selbstbestimmt im Alter" für die steinalten Bewohner schlimm, so schlimm, dass es für die Angehörigen nicht mit anzusehen ist.
Jedenfalls hat mein Verwandter jetzt eine fürsorgliche Umgebung nach 14 Jahren Augustinum gefunden, auch dort hapert es am System der Pflegevorgaben der stereotypen Pflegeversicherung, aber generell ist er jetzt zum Inklusivpreis erheblich besser versorgt als im Augustinum. Dort wechselt die Chefetage nicht so häufig, aber die Gewinne an Stiftungen abführen tun natürlich alle... dort, wie im Augustinum. Gemeinnützig, karitativ ist heute nichts mehr in der Pflege, Undank sei der EU.
Nun der neue Stiftsdirektor heisst wohl Herr Benne. Er war wohl vorher Stiftsdirektor in Dießen im Augustinum. Also wird es gepflegt, nett, langweilig und unveränderbar im Augustinum Kleinmachnow weiter gehen.

Dienstag, 19. März 2013

Gewinn der HypoVereinsbank

Die Welt schreibt über die Hypovereinsbank:
HypoVereinsbank macht mehr Gewinn als die Deutsche Bank.
Der Überschuss der Bank stieg im Vergleich zu 2011 um ein Drittel auf 1,3 Milliarden Euro.

http://www.welt.de/newsticker/news3/article114550751/HypoVereinsbank-macht-mehr-Gewinn-als-die-Deutsche-Bank.html

Wie früher gesagt, die Hypovereinsbank hat im Augustinum Kleinmachnow eine Filiale. Da bekommt man so 0,5 % Zinsen aufs Sparbuch. Da wurden meiner Verwandten so ungünstige Sachen wie der Immobilienfonds CS Euroreal A, der in der Auflösung ist, verkauft.
Also, Geld unterm Kopfkissen wäre besser aufbewahrt als bei dieser Bank. Aber ich schlaf ja ohne Kopfkissen...

Sonntag, 3. März 2013

Osterbacken

Osterbacken war heute in der Blindenwohnstätte, am vorigen Sonnabend war Osterbasteln. Mein Verwandter moserte, er habe sich zum Quiznachmittag angemeldet, wurde aber nicht abgeholt. Dieser Faux Pas war heute für ihn ein abendfüllendes Thema.
Nun, im Augustinum Kleinmachnow ist so ein langweiliger Vortrag für das Land Birma/Burma, das liegt am anderen Ende des Globus, und dafür soll man auch noch Eintritt zahlen.
Das Angebot der Blindenwohnstätte gefällt mir besser.

Montag, 25. Februar 2013

Sonne

Nein, Sonne gab es nicht, es war bedeckt heute, als ich eine Bekannte auf der Strasse traf.
Sie erzählte mir von Besuchen im Haus Sonne, ein Pflegeheim in Berlin Lichterfelde, es hat den selben Betreiber wie Haus Riemeisterfenn in Zehlendorf und wirbt im Internet als schönstes Haus Berlins.
Schön sei es wohl, innen viel Mahagoni, aber es sei schrecklich dort. Ständig wechsle die Pflegedienstleitung und, was noch schlimmer sei, es gäbe dort ständig wechselndes Personal. Nun, sagte ich, das kenne ich von meinem Verwandten auch, das sind Leiharbeiter.
Dann kam ich zu meinem Verwandten und auch dort wieder einmal Leiharbeiter. Ich bin froh, wenn ich dort auf bekannte Gesichter treffe, die meinen Verwandten kennen.
Der Leiharbeiter heute kam schlecht klar. Mein Verwandter sass vor einer Weissbrotklappstulle, nur mit Butter beschmiert, als ich kam.
Es gelang mir noch Obst und Joghurt für ihn zu bekommen.
Mein Verwandter wollte aufs Klo. Der Leiharbeiter kam und kam nicht.
Also brachte ich den alten Mann aufs Klo. Das geht in meinem Alter ganz schön über den Rücken. Der alte Mann wollte vom Klo. Es dauerte ewig, bis der gerufene Leiharbeiter endlich zum ersten Mal erschien. Mein Verwandter legte sich aufs Bett. Er aass Joghurt und Obst, hörte Nachrichten, ich las ihm vor, wir debattierten über Politik. Es wurde spät. Der Leiharbeiter kam nicht um ihn fürs Bett fertig zu machen.
Und für sowas zahl ich nun fürs Pflegeheim, mach ein gross Teil der Arbeit selber und muss dann auch noch in diese Pflegekasse zwangsweise einzahlen, obwohl ich als gebrannte Angehörige keine Lust verspüre, diesen Pflegemist in Deutschland jemals in Anspruch zu nehmen.
Dieser Minister Bahr, der das befürwortet, der glaubt doch nicht ernsthaft daran, dass ich ihn im Herbst wähle?
Diese Ministerin Aigner mit Dioxin-EHEC-Sodexo-Pferdefleisch-Eier- und Legehennenskandal glaubt auch nicht ernsthaft, dass ich sowas mit eine Stimme honoriere, das kann kann ich mir nicht vorstellen. Weil: Ich bewerte mit meiner Stimme geleistete Arbeit und falle nicht auf Wahlversprechungen herein.
Ich gehe davon aus, dass im Augustinum ein Frühstücksei ein Bioei ist, welches kein Bioei ist, sondern von gequälten, geschundenen Hennen stammt.
Heute kaufte ich Beerensträucher für meinen Garten, die pflanze ich in kürze, blättere in Obstbaumkatalogen und bei den Lebensmittelskandalen überlege ich, ob ich mir nicht ein paar Zwerghühner anschaffe, sie müssten sich aber mit meinen Hunden verstehen... Platz für Kaninchen und zwei Zicklein hätte ich auch...
Freunde in Italien wollen ein Referendum um aus der EU auszutreten. Ich finde deren Ideen vorzüglich. Mich überrascht der Wahlausgang in Italien kein bisschen.

Samstag, 9. Februar 2013

Die CDU nervt

Und wieder war es soweit, die CDU hielt im Augustinum Kleinmachnow ihren Neujahrsball ab.
Pflichtgemäss sangen sie, same procedure as every year, ihre Kampfhymne "Märkische Heide".



„Einmal den bevorstehenden Wahlkampf hinter sich lassen und den Abend genießen" war das Motto des diesjährigen Neujahrsballs der CDU Kleinmachnow. Bereits zum 17. Mal fand er statt - zum 15. Mal in Kleinmachnower Augustinum
© teltOwkanal

Für die Bewohner sieht dies anders aus.
Alles flüchtet in die Schliessfächer, überlässt der CDU das Terrain.
Die schweren Brandschutztüren werden geschlossen, das hilft nur wenig gegen den Lärm, den der Ball bis in die Morgenstunden verursacht.
Ich konnte das bezeugen, das Apartment Nr. 532 meines Verwandten war dem Restaurant und damit dem Lärm dieser Veranstaltung Jahr um Jahr ám meisten ausgesetzt.
Es ist nicht der einzige jährliche Ball im Augustinum, die Lions, die Junge Union, Schwarz-Weiss-Ball geben sich dort die Klinke in die Hand um im Altenheim kräftig auf den Putz und die Pauke zu hauen.

Also: Im Herbst ist Wahl und sowohl mein Verwandter als auch ich geben anderen Parteien die Stimme.
Adenauer wählen, das war einmal.