Endlich öffnet die Pflege das Schliessfach. Ich packe Kartons voll, schleppe grosse Tüten, hol einen Rollwagen, da spricht mich eine Frau vor der Schliessfachtür an, sie möchte bitte auch den Rollwagen nutzen.
Ich sag: Gestatten Sie die Neugier, ich möcht gern wissen, ob Sie hier ohne Sterbefall ausziehen?
Sie sagt: Ich bin die Tochter von Frau K. schräg gegenüber, sie wohnte lange Jahre im Augustinum, meine Schwester und ich lösen die Wohnung auf, meine 94jährige demente Mutter zieht ins Pflegeheim nach Berlin, die Pflege hier ist zu miserabel.
Sie schildert die Zustände und sagt: Schuld daran ist der Pflegedienstleiter. Die Pflegedienstleiterin davor soll besser gewesen sein.
Ich sag: Vieles hängt leider auch am MDK, die Pflege beschäftigt sich zu gern damit in die Kladde Sachen wie "Bewohner ein Glas Wasser gereicht, Bewohner nahm dankbar an" zu schreiben.
Das bewertet der MDK dann mit 1.0, sehr gut. Ich vertrau dem MDK nicht mehr.
Sie sagt: Bei uns stand zu lesen: "Bewohnerin versteckt die Inkontinenzeinlage im Wohnzimmer." Im Pflegeheim hat meine Mutter es jetzt besser. Sie sollen hier ja den Demenztreffpunkt vergrössert haben, aber das ändert an der schlechten Pflege gar nichts. Und wissen Sie, es ist nicht nur besser, es ist auch billiger.
Ich sagte: Ich bemängle die medizinische Versorgung. Meine Verwandte ist verhungert. Mein Verwandter plagte sich sehr und lange unter Schmerzen, erst die Notfallrettung half.
Ich dachte: merkwürdig, die alte Dame ist dement und die Tochter klagt über Missstände in der Pflegesituation im Augustinum, mein Verwandter ist blind, gebrechlich, nicht dement und wir beklagen die Missstände auch.
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Freitag, 13. Juli 2012
Sonntag, 8. Juli 2012
Nie Urlaub
Vor 14 Jahren zogen meine Verwandten ins neuerbaute Augustinum Kleinmachnow. Meine Verwandte ging an Krücken und versorgte ihren sehbehinderten, schwerbehinderten Mann. Das ging nicht mehr ohne Unterstützung und keiner der beiden wollte mir zur Last fallen.
Vor ca. 7 Jahren verschlechterte sich das Befinden meiner Verwandten, sie hatte den BMW verkauft, bis dahin konnte sie noch einkaufen fahren. Sie fragte mich, ob ich sie nun öfters besuchen könnte und für sie einkaufen gehen und Dinge des täglichen Bedarfs zu ihnen ins Augustinum bringen könnte. Ich sagte zu, kam neben der Arbeit immer am Wochenende bepackt mit Tragetaschen.
Bald sass meine Verwandte im Rollstuhl und ich musste immer öfter ins Augustinum nach Kleinmachnow fahren.
Seither, das sind 7 Jahre, habe ich nie Urlaub gehabt.
Seit meine Verwandte vor mehr als zwei Jahren sehr krank wurde , komme ich fast täglich zu ihnen, und seit ihrem Tod kommt mein blinder Verwandter allein mit der für ihn unzureichenden Pflege im Augustinum nicht mehr klar und hat alles, was nicht klappte, auf mich abgewälzt.
Heute ist Sonntag, seit Monaten bin ich ohne Unterbrechung 7 Tage die Woche im Dienst bis in die Nacht für den alten Mann, der im Augustinum nicht klar kam. Freizeit ist ein Fremdwort geworden, ich hab auch keine Zeit für meine Belange.
Ich bin 60 Jahre alt, berufstätig. Ich hatte vor Jahren 3 Jobs, einen hab ich aufgegeben, einer liegt fast auf Eis, einen mach ich noch.
Ich verabscheue das System der Krankenkassen, die einen Sklaven der Pflege aus mir gemacht hat. Da muss ich nun jahrelang Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen, nur um leidvoll feststellen zu müssen, wo überall das System hakt.
Wenn die Pflege nicht klappt, dann kann man dieser Pflege leider keine Kurzzeit- oder Verhinderungspflege (für Urlaub) übertragen.
Diverse Male fragte ich im Augustinum nach der Pflegedienstleitung, weil es Probleme gab. Diverse Male hörte ich: Der Herr ist in Urlaub....
Vor ca. 7 Jahren verschlechterte sich das Befinden meiner Verwandten, sie hatte den BMW verkauft, bis dahin konnte sie noch einkaufen fahren. Sie fragte mich, ob ich sie nun öfters besuchen könnte und für sie einkaufen gehen und Dinge des täglichen Bedarfs zu ihnen ins Augustinum bringen könnte. Ich sagte zu, kam neben der Arbeit immer am Wochenende bepackt mit Tragetaschen.
Bald sass meine Verwandte im Rollstuhl und ich musste immer öfter ins Augustinum nach Kleinmachnow fahren.
Seither, das sind 7 Jahre, habe ich nie Urlaub gehabt.
Seit meine Verwandte vor mehr als zwei Jahren sehr krank wurde , komme ich fast täglich zu ihnen, und seit ihrem Tod kommt mein blinder Verwandter allein mit der für ihn unzureichenden Pflege im Augustinum nicht mehr klar und hat alles, was nicht klappte, auf mich abgewälzt.
Heute ist Sonntag, seit Monaten bin ich ohne Unterbrechung 7 Tage die Woche im Dienst bis in die Nacht für den alten Mann, der im Augustinum nicht klar kam. Freizeit ist ein Fremdwort geworden, ich hab auch keine Zeit für meine Belange.
Ich bin 60 Jahre alt, berufstätig. Ich hatte vor Jahren 3 Jobs, einen hab ich aufgegeben, einer liegt fast auf Eis, einen mach ich noch.
Ich verabscheue das System der Krankenkassen, die einen Sklaven der Pflege aus mir gemacht hat. Da muss ich nun jahrelang Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen, nur um leidvoll feststellen zu müssen, wo überall das System hakt.
Wenn die Pflege nicht klappt, dann kann man dieser Pflege leider keine Kurzzeit- oder Verhinderungspflege (für Urlaub) übertragen.
Diverse Male fragte ich im Augustinum nach der Pflegedienstleitung, weil es Probleme gab. Diverse Male hörte ich: Der Herr ist in Urlaub....
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