Frage einer Kranken an die Hauswirtschaftskraft eines ambulanten Pflegedienstes:
"Wenn Sie einkaufen, bringen Sie mir bitte Parmaschinken mit?"
Nun, die junge Dame brachte leider Farmer Schinken. Und der war der kranken Dame gar nicht recht.
Da haben wir es aber in unserer Nachbarschaft ohne Pflegedienste besser.
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Mittwoch, 22. Januar 2014
Mittwoch, 17. Oktober 2012
Beratung
Ich rief bei einem kirchlichen Träger an, bat um Auskunft bezüglich Senioren WGs. Der Herr war kompetent. Ich wusste, dass ambulante Pflegedienste sich rund um die Uhr um die WGs kümmern. Der Herr meinte, ich erhalte dort erstmal Beratung von einem Sozialarbeiter, aber Vorsicht, diese sehr netten Menschen seien sehr um Einnahmen bemüht. Oh, das kenne ich schon vom Augustinum, das nennt sich dort doppeldeutig "Wertschätzung der Bewohner", dachte ich. Nun gut, ständig wird bei ambulanten Pflegediensten der Wert geschätzt. Darf es ein halbes Pfund Pflege mehr sein?
Es ist halt kein Inklusivpreis in ambulanter Pflege.
Auch haben Pflegedienstleiter stets die selben Floskeln parat. Vorsicht! "Ich habe Herrn Sowieso ... Tage lang begleitet und meine, er braucht zusätzliche Hilfe... Dann folgt: Demenztreffpunkt, oder zusätzliche Arbeiten, Erhöhung der Pflegestufe etc."
Das längere Begleiten ist eine Aufforderung permanent der Pflege mehr Geld zu überweisen. Darauf muss man nicht eingehen.
Nachmittags, auf dem Weg zu meinem Verwandten, machte ich halt bei einem Seniorenheim. Alle Pflegeheime machen einen super Eindruck am Empfang, so auch dieses.
Sie werben alle mit Ambiente. Mediterranes Ambiente ist dann meist etwas teurer. So auch ein hübsches Entrée, natürlich mit Designersofas.
Aber wer nimmt schon später täglich darauf Platz?
Mich interessiert eher: Wie wird gepflegt, wie ist das Essen, wie ist der Alltag der Bewohner? Grinsen die Bewohner alle fröhlich, dann erhalten sie wohl Psychopillen? Haben sie einen Tisch oder Gurt über den Rollstuhl, dann sind sie fixiert, können nicht aufstehen. Moderne Betten sind niedrig, mindern die Sturzgefahr. Alte Gitterbetten sollen verhindern, dass sich der Bewohner verselbständigt, sind aber nicht gut für die Psyche der alten Bewohner.
Ich lerne ständig über die Pflege.
Ich erhielt dort im Heim die Auskunft: Es seien Einzel- und Doppelzimmer frei, morgen Vormittag könne ich mich erkundigen. Ich nahm mir einen Prospekt, sprach die nächste Bewohnerin an, sie lief mit Rollator. Sie war auskunftsfreudig. Sie wohne seit Jahren gern in diesem Haus, ihre Freundin auch. Vor Jahren hatte sie mehrere Schläuche, auch eine PEG Sonde, man habe sich sehr und erfolgreich um ihre Wiederherstellung in diesem Haus einer Pflegekette bemüht. Nein, das Essen sei nicht frisch gekocht, würde aber in der Küche gut aufbereitet, es sei gut und es gäbe mehrere Gerichte zur Auswahl.
Leasingkräfte? Ja, die gäbe es, aber nur sehr selten. Die Pflegebedürftigen bekommen eine feste Bezugsperson.
Dann ging ich zu meinem Verwandten. Es geht ihm gut. Er und ich waren enttäuscht, man hat wieder versucht ihn zur Kreuzworträtselgruppe abzuholen, aber der Pfleger - ein anderer als vorige Woche - hatte ihn wieder nicht rechtzeitig fertig gemacht.
Aber später haben sie meinen Verwandten dann etwas im Rollstuhl an der frischen Luft bewegt. Na das ist doch auch schon was. Jedenfalls besser als im Augustinum nur im Apartment.
Es ist halt kein Inklusivpreis in ambulanter Pflege.
Auch haben Pflegedienstleiter stets die selben Floskeln parat. Vorsicht! "Ich habe Herrn Sowieso ... Tage lang begleitet und meine, er braucht zusätzliche Hilfe... Dann folgt: Demenztreffpunkt, oder zusätzliche Arbeiten, Erhöhung der Pflegestufe etc."
Das längere Begleiten ist eine Aufforderung permanent der Pflege mehr Geld zu überweisen. Darauf muss man nicht eingehen.
Nachmittags, auf dem Weg zu meinem Verwandten, machte ich halt bei einem Seniorenheim. Alle Pflegeheime machen einen super Eindruck am Empfang, so auch dieses.
Sie werben alle mit Ambiente. Mediterranes Ambiente ist dann meist etwas teurer. So auch ein hübsches Entrée, natürlich mit Designersofas.
Aber wer nimmt schon später täglich darauf Platz?
Mich interessiert eher: Wie wird gepflegt, wie ist das Essen, wie ist der Alltag der Bewohner? Grinsen die Bewohner alle fröhlich, dann erhalten sie wohl Psychopillen? Haben sie einen Tisch oder Gurt über den Rollstuhl, dann sind sie fixiert, können nicht aufstehen. Moderne Betten sind niedrig, mindern die Sturzgefahr. Alte Gitterbetten sollen verhindern, dass sich der Bewohner verselbständigt, sind aber nicht gut für die Psyche der alten Bewohner.
Ich lerne ständig über die Pflege.
Ich erhielt dort im Heim die Auskunft: Es seien Einzel- und Doppelzimmer frei, morgen Vormittag könne ich mich erkundigen. Ich nahm mir einen Prospekt, sprach die nächste Bewohnerin an, sie lief mit Rollator. Sie war auskunftsfreudig. Sie wohne seit Jahren gern in diesem Haus, ihre Freundin auch. Vor Jahren hatte sie mehrere Schläuche, auch eine PEG Sonde, man habe sich sehr und erfolgreich um ihre Wiederherstellung in diesem Haus einer Pflegekette bemüht. Nein, das Essen sei nicht frisch gekocht, würde aber in der Küche gut aufbereitet, es sei gut und es gäbe mehrere Gerichte zur Auswahl.
Leasingkräfte? Ja, die gäbe es, aber nur sehr selten. Die Pflegebedürftigen bekommen eine feste Bezugsperson.
Dann ging ich zu meinem Verwandten. Es geht ihm gut. Er und ich waren enttäuscht, man hat wieder versucht ihn zur Kreuzworträtselgruppe abzuholen, aber der Pfleger - ein anderer als vorige Woche - hatte ihn wieder nicht rechtzeitig fertig gemacht.
Aber später haben sie meinen Verwandten dann etwas im Rollstuhl an der frischen Luft bewegt. Na das ist doch auch schon was. Jedenfalls besser als im Augustinum nur im Apartment.
Dienstag, 9. Oktober 2012
Die neue Spanierin
Heute nachmittags, als ich kam, hatte mein Verwandter gerade Kaffee getrunken, die Schokokuchenkrümel auf dem Teller sahen lecker aus. Er war zur Gymnastik, das war nett, aber anstrengend, meinte er.
Ich las aus dem Buch ein Kapitel vor, das Abendbrot kam, es sah lecker aus. Wir hörten Musik, hielten ein Schwätzchen. Zwei Mal verlangte ich die verordneten Augentropfen für meinen Verwandten. Er meinte, morgens hätte es heute mit den Augentropfen geklappt.
Um 19 Uhr 30 klingelte mein Verwandter, wollte ins Bett.
Eine ältere spanische, unbekannte Krankenschwester kam. Sie gab die Augentropfen. Ich erklärte ihr was mein Verwandter benötigte. Sie wusste von nichts. Nein, sie war nicht von der Leiharbeitsfirma. Sie sei Krankenschwester im Auguste-Viktoria-Krankenhaus. Immer, wenn sie zusätzlich Geld benötige, dann suche sie sich einen zusätzlichen 400 Euro Minijob.
Ich sah sie erstaunt an.
Da gibt es einen neuen Artikel über Pflege und Dumpinglöhne:
http://www.oz-online.de/-news/artikel/104089/Verdi-Unhaltbare-Zustaende-in-der-Pflege
Und noch einen:
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-meschede-eslohe-bestwig-und-schmallenberg/immer-mehr-altenpfleger-arbeiten-freiberuflich-id7175897.html
Aber vielleicht sollte man sich doch besser für einen der neuen Pflegeroboter entscheiden?
http://www.rundschau-online.de/aus-aller-welt/zukunftstrend-immer-mehr-roboter-in-der-altenpflege,15184900,20324494.html
Unmenschlich ist das alles, mein Verwandter wünscht sich beständige Pflege, Zuwendung.
Das war weder im Augustinum noch jetzt in der Blindenwohnstätte gegeben.
Beides Häuser im oberen Preisbereich der Pflege, beide nicht das, was wir uns unter Pflege vorstellen.
Ich las aus dem Buch ein Kapitel vor, das Abendbrot kam, es sah lecker aus. Wir hörten Musik, hielten ein Schwätzchen. Zwei Mal verlangte ich die verordneten Augentropfen für meinen Verwandten. Er meinte, morgens hätte es heute mit den Augentropfen geklappt.
Um 19 Uhr 30 klingelte mein Verwandter, wollte ins Bett.
Eine ältere spanische, unbekannte Krankenschwester kam. Sie gab die Augentropfen. Ich erklärte ihr was mein Verwandter benötigte. Sie wusste von nichts. Nein, sie war nicht von der Leiharbeitsfirma. Sie sei Krankenschwester im Auguste-Viktoria-Krankenhaus. Immer, wenn sie zusätzlich Geld benötige, dann suche sie sich einen zusätzlichen 400 Euro Minijob.
Ich sah sie erstaunt an.
Da gibt es einen neuen Artikel über Pflege und Dumpinglöhne:
http://www.oz-online.de/-news/artikel/104089/Verdi-Unhaltbare-Zustaende-in-der-Pflege
Und noch einen:
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-meschede-eslohe-bestwig-und-schmallenberg/immer-mehr-altenpfleger-arbeiten-freiberuflich-id7175897.html
Aber vielleicht sollte man sich doch besser für einen der neuen Pflegeroboter entscheiden?
http://www.rundschau-online.de/aus-aller-welt/zukunftstrend-immer-mehr-roboter-in-der-altenpflege,15184900,20324494.html
Unmenschlich ist das alles, mein Verwandter wünscht sich beständige Pflege, Zuwendung.
Das war weder im Augustinum noch jetzt in der Blindenwohnstätte gegeben.
Beides Häuser im oberen Preisbereich der Pflege, beide nicht das, was wir uns unter Pflege vorstellen.
Donnerstag, 13. September 2012
Fremde Pfleger
Seit ein paar Tagen kamen fremde Pfleger in die Blindenwohnstätte, brachten im Apartment vieles und meinen Verwandten kräftig durcheinander. Ich ging zur Leitung und verlangte die alten Pflegekräfte zurück.
Es gab keinen Unterschied zur oft wechselnden Pflege im Augustinum.
Pfleger, die den zu Pflegenden und seinen Tagesablauf und Gewohnheiten nicht kennen, die sind nicht gut.
Warum dies so kam, ich weiss es nicht. Vielleicht Urlaub oder Krankheit der gewohnten Pfleger?
Jedenfalls stellte sich heraus, die Pfleger sind Leasingkräfte einer Zeitarbeitsfirma (Leiharbeiter). Demzufolge haben sie auch keine Einarbeitungszeit oder Beziehung zum Bewohner.
Also bin ich nun 4 Stunden täglich bei meinem Verwandten.
Es ist egal ob ein ambulanter Pflegedienst ständig neue Kräfte schickt, oder eine Leasingfirma; das geht nicht, nicht im Augustinum und auch nicht in einem Heim für Blinde.
Diese Kräfte sagen: Was wünschen Sie, sind Sie zufrieden? Und dann verschwinden sie, notieren den Besuch als Erfolg in der Akte.
Die unerledigten Arbeiten und Mängel fallen dann erst den Verwandten, dem Besuch auf. Das ist so bei Vergesslichkeit im hohen Alter, Blindheit, Demenz. Alle brauchen feste Bezugspersonen.
Jedenfalls kamen heute und gestern wieder Pfleger, die ich kenne.
Es gab keinen Unterschied zur oft wechselnden Pflege im Augustinum.
Pfleger, die den zu Pflegenden und seinen Tagesablauf und Gewohnheiten nicht kennen, die sind nicht gut.
Warum dies so kam, ich weiss es nicht. Vielleicht Urlaub oder Krankheit der gewohnten Pfleger?
Jedenfalls stellte sich heraus, die Pfleger sind Leasingkräfte einer Zeitarbeitsfirma (Leiharbeiter). Demzufolge haben sie auch keine Einarbeitungszeit oder Beziehung zum Bewohner.
Also bin ich nun 4 Stunden täglich bei meinem Verwandten.
Es ist egal ob ein ambulanter Pflegedienst ständig neue Kräfte schickt, oder eine Leasingfirma; das geht nicht, nicht im Augustinum und auch nicht in einem Heim für Blinde.
Diese Kräfte sagen: Was wünschen Sie, sind Sie zufrieden? Und dann verschwinden sie, notieren den Besuch als Erfolg in der Akte.
Die unerledigten Arbeiten und Mängel fallen dann erst den Verwandten, dem Besuch auf. Das ist so bei Vergesslichkeit im hohen Alter, Blindheit, Demenz. Alle brauchen feste Bezugspersonen.
Jedenfalls kamen heute und gestern wieder Pfleger, die ich kenne.
Montag, 20. Februar 2012
Der 90. Geburtstag
Als ich um 16 Uhr bepackt mit Sachen für den Geburtstag ins Augustinum komme, da steht ein Mann im hellgelben Bademantel und Latschen am Empfang. Er hat potthässliche Beine. Mein Gott, was für ein Anblick, denke ich und schüttle den Kopf. Und das bei dem Winterwetter. Nachts geistern ja viele so im Haus rum, wurde mir berichtet.
Im Apartment erzählt mir mein Verwandter, was er bisher erlebt hat an seinem 90. Ehrentag. Die Familienmitglieder haben sich gemeldet, auch von weit weg. Zwei nette Damen vom Allgemeinen Blindenverein haben ihn mit einem feinen Geschenk überrascht, vormittags. Das war nett. Die Putzfrau war da und die Dame vom Lädchen. Sie haben sich etwas beim Kuchen bedient, das freut mich.
Ich öffne die Post. Der Stiftsbeirat schickt eine Karte. Das ist ein Bewohnergremium. Ich geb eine Flasche Sekt am Empfang ab, sag: Feiern Sie ruhig schön mit.
Ich koch Kaffee, wir essen Torte. Irgendwer von der Direktion hatte vorher wohl angerufen, ich werde daraus nicht klug, was mein Verwandter erzählt. Da hatte wohl jemand zu viel zu tun, keine Zeit.
Ich mach Fotos, das hat mein Verwandter sich so gewünscht.
Später am frühen Abend wird mein Verwandter ungehalten. Das Augustinum hatte an seinem Geburtstag nichts für ihn übrig, nicht mal eine Karte. Der Bürgermeister von Kleinmachnow hat einen Gratulationsbrief geschickt.
Ich mach Abendbrot, wasch ab... Mein Angehöriger wird sehr müde, ein anstrengender Tag für einen 90 Jährigen, er nickt im Sessel ein. Ich steck ihn in seinen Schlafanzug, geb ihm seine Augentropfen und er geht zu Bett.
Ich trag den Müll raus und hinterlass einen Zettel am Empfang für das Haus, warum sie ihm nicht einmal eine Gratulationskarte zukommen liessen.
Ich pack ein, da kommt die Pflege, es ist 19 Uhr 45. Ich sag: Er schläft schon, ich hab ihn schon zu Bett gebracht und Augentropfen gegeben. Die Pflege nennt ihren Namen nicht, aber das ist heute fast egal, er schläft ja schon.
Eigentlich brauch ich den ambulanten Pflegedienst des Augustinums gar nicht.
Im Apartment erzählt mir mein Verwandter, was er bisher erlebt hat an seinem 90. Ehrentag. Die Familienmitglieder haben sich gemeldet, auch von weit weg. Zwei nette Damen vom Allgemeinen Blindenverein haben ihn mit einem feinen Geschenk überrascht, vormittags. Das war nett. Die Putzfrau war da und die Dame vom Lädchen. Sie haben sich etwas beim Kuchen bedient, das freut mich.
Ich öffne die Post. Der Stiftsbeirat schickt eine Karte. Das ist ein Bewohnergremium. Ich geb eine Flasche Sekt am Empfang ab, sag: Feiern Sie ruhig schön mit.
Ich koch Kaffee, wir essen Torte. Irgendwer von der Direktion hatte vorher wohl angerufen, ich werde daraus nicht klug, was mein Verwandter erzählt. Da hatte wohl jemand zu viel zu tun, keine Zeit.
Ich mach Fotos, das hat mein Verwandter sich so gewünscht.
Später am frühen Abend wird mein Verwandter ungehalten. Das Augustinum hatte an seinem Geburtstag nichts für ihn übrig, nicht mal eine Karte. Der Bürgermeister von Kleinmachnow hat einen Gratulationsbrief geschickt.
Ich mach Abendbrot, wasch ab... Mein Angehöriger wird sehr müde, ein anstrengender Tag für einen 90 Jährigen, er nickt im Sessel ein. Ich steck ihn in seinen Schlafanzug, geb ihm seine Augentropfen und er geht zu Bett.
Ich trag den Müll raus und hinterlass einen Zettel am Empfang für das Haus, warum sie ihm nicht einmal eine Gratulationskarte zukommen liessen.
Ich pack ein, da kommt die Pflege, es ist 19 Uhr 45. Ich sag: Er schläft schon, ich hab ihn schon zu Bett gebracht und Augentropfen gegeben. Die Pflege nennt ihren Namen nicht, aber das ist heute fast egal, er schläft ja schon.
Eigentlich brauch ich den ambulanten Pflegedienst des Augustinums gar nicht.
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